Vereinschronik
Zurückblickend wurde in Wemmetsweiler zum ersten Mal in den frühen
Nachkriegsjahren auf dem Großfeld im damaligen Verein Omnisport
Wemmetsweiler Handball gespielt.
Nach dem Selbstständigkeitserwerbung des Saarlandes wurden die
Handballmannschaften, damals sechs an der Zahl, vom TV Wemmetsweiler
übernommen, jedoch konnte nur ein Jahr lang der Spielbetrieb aufrecht
erhalten werden.
Hervorzuheben ist dennoch, daß bereits zu diesem frühen Zeitpunkt hier
auf dem Sportplatz an der Ill zum ersten Mal ein Kleinfeldturnier
durchgeführt wurde - Sieger damals TUS Neunkirchen. Der erste Siegerpokal ist heute
noch in den Archiven des TUS Neunkirchen ausgestellt.
Nach einer langen Durststrecke dann wurde im Jahr 1967 der Handballsport
in Wemmetsweiler wieder ins Leben gerufen. Zu den Gründern gehörten Viktor
Schlaucher mit seinen Söhnen Erwin und Walter sowie Horst Dörr.
Zunächst wollte man sich wieder dem TV Wemmetsweiler angliedern. Eine
Vorsprache beim damaligen Vorstand des TV Wemmetsweiler ergab jedoch
keine zufriedenstellende Lösung, sollte man dort doch nur aufgenommen werden
unter der Promisse, Leichtatlethik zu betreiben und nicht Handball zu spielen.
Eine Lösung konnte herbeigeführt werden, indem bei den Fußballern des SC
Wemmatia Wemmetsweiler, die die Handballsportler wohlwollend aufnahmen,
eine neue Sparte Handball gegründet wurde.
Spartenleiter zu diesem Zeitpunkt wurde Horst Dörr, der später dann von
unserem heutigen Ehrenvorsitzenden Norbert Schreiner abgelöst werden
sollte. Wiederum wurde zu diesem Zeitpunkt eine Großfeldrunde ausgespielt, an
der die Wemmetsweiler Handballer mit zwei aktiven Mannschaften teilnahmen.
1969 konnte die ersten Herrenmannschaft ihren ersten Meistertitel in
der Großfeldrunde der Kreisklasse -B- erringen. Auch in der erstmals
ausgetragenen Hallenrunde erreichte diese Truppe dann den Aufstieg in
die Kreisklasse -A-. Während in der Großfeldrunde die Kreisklasse -A- bis zu deren letzten
Austragung 1972 gehalten werden konnte, mußte man in der Hallenrunde die
Kreisklasse -A- bereits 1970 wieder verlassen.
1971 wurde mit Bernd Brotschar erstmals ein auswärtiger Trainer für den
Aktivenbereich verpflichtet. Die Zahl der Mannschaften stieg an. An der Hallenrunde 1971 nahmen zwei
Männermannschaften, eine Damenmannschaft sowie drei Jugendmannschaften teil.
1972 stellten sich dann die ersten größeren Erfolge des Handballsportes
in Wemmetsweiler ein. Erneute Meisterschaft der ersten Männermannschaft in
der Kreisklasse -B-, Aufstieg der zweiten Männermannschaft in die
Kreisklasse -B-, sowie Staffelsiege der A- und C-Jugendmannschaften.
Unter der Regie des Vereinsmitgliedes Hans-Josef Schneider entsteht das
langjährige Vereinslokal, der "7 Meter", die Heimstätte der damaligen
Wemmetsweiler Handballer.
1973 wurde mit systematischer Jugendarbeit begonnen. Die
frischgebackenen HVS-Übungsleiter Berni und Dieter Kreutz übernahmen das Training der
Jugendmannschaften. In der kommenden Hallenrunde 1973/1974 konnten erstmals alle
Altersklasse in der männlichen Jugend, damals von A bis D besetzt werden.
Unter dem neuen Trainer Jürgen Petry aus Ottweiler konnte die erste
Männermannschaft 1974 erneut eine Meisterschaft erringen und in die
Bezirksklasse Nord aufsteigen.
1975 sorgte diese erste Männermannschaft dann in der Bezirksklasse
beinahe für die Sensation. Mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Meister ASC
Quierschied wurde am Ende der Runde der zweite Tabellenplatz belegt.
Auch im Jugendbereich wurde der bis dato größte Erfolg verzeichnet. Die
damalige männliche B-Jugend erreichte die Teilnahme in der
Landessonderklasse, der zu diesem Zeitpunkt höchsten saarländischen
Spielklasse. Zwar mußte man sofort wieder aus der Klasse absteigen, aber
dieses Lehrjahr zahlte sich aus. Fast die komplette Mannschaft stellte
später lange Jahre das Gerippe der ersten Männermannschaft.
In den folgenden Jahren konnte sich die erste Männermannschaft ständig
in der Spitzengruppe der Bezirksklasse etablieren, ohne jedoch den großen
Wurf, sprich Meisterschaft und Aufstieg in die Saarliga Nord-Ost zu schaffen.
1979 wurden erstmals finanzielle Engpässe im Bereich der Sparte Handball
beim SC Wemmatia Wemmetsweiler aktuell. Nachdem aus diesen Gründen zunächst die Trainerkosten, dann auch die
Hallenkosten für die Handballer nicht mehr getragen werden konnten,
machten sich einige aktive und inaktive Handballfreunde Gedanken darüber, wie
die finanziellen Löcher zu stopfen sind und bildeten ein Gremium zur
Herbeiführung einer Lösung des Problems.
Moralisch gestützt auf die bis zu diesem Zeitpunkt bereits vielfach und
jeweils mit großem Erfolg von der Fußballabteilung durchgeführte
Veranstaltung "Unser Dorf spielt Fußball" kam man schnell auf die Idee,
eine ebensolche unter dem Motto "Unser Dorf spielt Handball" durchzuführen.
Mit 27 gemeldeten Mannschaften wurde das erste Turnier im August 1979 ein
voller Erfolg und die Erwartungen bei weitem übertroffen.
Mit diesem Erfolg im Rücken und der Zuversicht, auch künftig alljährlich
eine solche Veranstaltung durchzuführen und somit die finanzielle
Grundlage zur eigenständigen Aufrechterhaltung des Spielbetriebes legen zu können,
wurde im Juli 1980 von den Handballern eine außerordentliche
Mitgliederversammlung des SC Wemmatia beantragt, auf der nur ein Antrag
zur Abstimmung kommt: die Auflösung der Abteilung Handball.
Ein großer Augenblick für alle Freunde des kleinen Lederballs in unserem
Ort: unter dem ersten Vorsitzenden Volker Käfer wird der
Handball-Sportverein 1980 Wemmetsweiler gegründet. Eine neue Ära im
Wemmetsweiler Handballsport beginnt.
Unter dem neuen Trainer Bernd Brotschar gelingt der ersten
Männermannschaft gleich im ersten Jahr des neuen Vereins die Meisterschaft in der
Bezirksklasse und der langersehnte Aufstieg in die Saarliga Nord-Ost.
Auch die Damenmannschaft konnte im selben Jahr in die Bezirksklasse
aufsteigen. Ständige Jugendarbeit jetzt auch im weiblichen Bereich unter
Trainer Dieter Kreutz sollten die Damen des HSV Wemmetsweiler in der
Folgezeit bis in die höchste saarländische Spielklasse, die Oberliga
Saar aufsteigen lassen. Nach anfänglichen Problemen in dieser Klasse und
einem Ab- und wieder Aufstieg konnte man sich lange Jahr in der Oberliga
etablieren und wurde zum Aushängeschild des HSV 80 Wemmetsweiler.
Auch die erste Herrenmannschaft konnte sich in den 80-er Jahren ständig
im gesicherten Mittelfeld der Saarliga festsetzen.
Leider gab es dann aus dieser Zeit auch negatives zu berichten. In den
Köpfen, ja sehr junge aktive Mannschaften zu haben, wurde in den 80-er
Jahren die Jugendarbeit schleifen gelassen. Trotz deutlichen Warnungen
konnte dieses Problem zunächst nicht mehr in den Griff bekommen werden.
1987 löste Erwin Schlaucher dann Volker Käfer, der aus persönlichen
Gründen seine Arbeit nicht mehr fortsetzen wollte, als ersten Vorsitzenden des
Vereins ab. Unter Erwin Schlaucher war der Vorstand dann bestrebt, das
Jugendproblem in den Griff zu bekommen, ohne allerdings größere Erfolge
diesbezüglich zu erzielen. Versuche, Altersklasse im mittleren Bereich mit absoluten
Handballanfängern zu besetzen, waren zum Scheitern verurteilt, da die Gegner hier bereits
aufgrund mehrerer Jahre Vorsprung überwiegend dermaßen überlegen waren,
daß unsere jungen Spieler schnell die Lust am Handballsport wieder verloren
und dem Verein den Rücken kehrten.
Wiederum ein Wechsel im Vorstand gestaltete sich im Jahr 1990. Mit Thilo
Beenen und Peter Becker wurden neue 1. Und 2. Vorsitzende gewählt, unter
deren Regie sich plötzlich dann auch wieder andere zu neuer Vereins-
insbesondere Jugendarbeit bewegen ließen. Unter dem neuen Jugendwart Jürgen Kloß wurde eine Miniabteilung ins
Leben gerufen. Bereits im frühsten Kindesalter wurde jetzt versucht, die
Kinder zum Handballsport zu bringen. Entsprechende Spiele und Turniere gegen
gleichalte und handballerisch noch nicht weiterentwickelte Kinder wurden
veranstaltet.
Dem Alterstribut wie vorhergesehen Ende der 90-er Jahre Tribut zahlen
mußten dann beide ersten aktiven Mannschaften. Nachdem die erste
Herrenmannschaft nach der Saison 1998/1999 aus der Verbandsliga abgemeldet werden mußte,
traf dieses Schicksal ein Jahr später auch die erste Frauenmannschaft in der
Oberliga Saar. Wegen ausbleibendem Nachwuchs konnten keine jungen
Spieler mit entsprechender Leistung für diese Spielklassen nachgezogen werden.
Die erste Männermannschaft ist seitdem in der Saarliga Ost am Start, wo
zum Zeitpunkt der Abmeldung aus der Verbandsliga glücklicherweise die zweite
Mannschaft einen Startplatz inne hatte, so daß man hier nur eine Klasse
zurücktreten mußte.
Die erste Frauenmannschaft hingegen mußte aus der Oberliga gleich zwei
Klassen in die Saarliga absteigen. Aus einem Gerippe aus wenig
verbleibenden Oberligaspielerinnen und dem Stamm der zweiten Mannschaft konnte dort
jedoch gleich im ersten Jahr in der Saison 2000/2001 die Meisterschaft errungen
werden, was den Aufstieg in die Verbandsliga bedeutet, wo man sich
seitdem auch etabliert.
Die erste Herrenmannschaft mußte anfänglich auch in der Saarliga gegen
den Abstieg kämpfen. Zwischenzeitlich macht sich jedoch die wieder
erfolgreiche Jugendarbeit bezahlt, so daß man in den letzten beiden Spieljahren wieder
in der Tabelle ganz vorne mitspielen kann. Im vergangenen Spieljahr ist die
Meisterschaft sogar nur denkbar knapp verpaßt worden.
Auch im Jugendbereich konnte man in den letzten Jahren von ständig
wachsendem Erfolg reden. So war der HSV Wemmetsweiler seit dem Jahr 2000
ständig mit ein oder zwei Mannschaften in der höchsten saarländischen
Spielklasse, der Oberliga, vertreten.
In der neuen Spielrunde werden wir mit drei aktiven Herrenmannschaften,
einer Damenmannschaft, neun Jugendmannschaften und der Miniabteilung an
den Start gehen.
Größtes Problem des Vereins sind derzeit die zur Verfügung stehenden
Trainingszeiten. So stehen insbesondere im Winterhalbjahr, wo im
Handballsport die Saison voll im Gange ist, für neun Jugendmannschaften
lediglich ganze fünf Stunden Trainingszeit zur Verfügung, für vier
aktive Mannschaften 4,5 Stunden Trainingszeit.
Unter diesen Vorraussetzungen ist es eigentlich ein Wunder, daß
weiterhin ein solch sportlicher Erfolg, insbesondere im Jugendbereich, vorzuweisen
ist. Allerdings sind in jüngster Zeit zunehmend Vereinswechsel von
Jugendspielern zu verzeichnen mit der Begründung, anderswo bessere
Trainingsmöglichkeiten zu haben, Gegenargumente unsererseits sind
diesbezüglich nicht vorhanden.
Fazit: Hier ist dringensd Handlungsbedarf gegeben, sonst ist es nur noch
eine Frage der Zeit, wann sich Wemmetsweiler Jugendtrainer fragen, ob es
sinnvoll ist, weiterhin Zeit und Geld zu opfern, wenn die guten Spieler
dann irgendwann den Verein wegen solcher Zustände sowieso verlassen.